Abschiedstourne
Meine lieben Freunde
14 Monate des Dienstes an den Armen, mit den Armen in Santiago de Chile sind
beendet. Morgen ist mein vertraglich letzter Tag meines Anderen Dienstes im
Ausland. 14 Monate liegen hinter in denen mir die fantastische Moeglichkeit
gegeben wurde Deutschland und seiner "Leitkultur" zu entkommen und neben
einer enormen Sozialendiskrepanz auch andere "ways of life" kennenzulernen.
Ich werde jetzt gar nicht anfangen ueber meine Zeit eine kurze
Zusammenfassung zu schreiben, in diesem Punkt bitte ich euch auf meine noch
folgende Abschlussmail zu warten. Diese muss ich sowieso (mehr oder weniger)
freiwillig an meinen Traegerverein,Amtena, schicken.
Die letzte Zeit war nocheinmal besonders schwierig, herrausfordernd. Ich
wurde von einem Maedchen,Naycha, aus meinem "Sala" des Missbrauches und der
Belaestigung beschuldigt. Natuerlich hat sich all dies aufgeklaert, trotzdem
bleibt ein bitteres Gefuehl zurueck und ich muss aufpassen nicht dem
FALSCHEN Gedankengang zu verfallen: Ich arbeite hier 14 Monate mit den
Armen, gebe mein "gemuetliches Deutschland" auf und wie wird es mir
gedankt?!! Mit Haltlosen, verletzenden Anschuldigungen gegen meine Person.
Nein! Ich habe gelernt nicht zu verbittern und empfinde vielmehr groesstes
Mitgefuehl mit Naycha bei der scheinbar ein Missbrauch innnerhalb der
Familie stattfindet. Im Armenviertel leider mehr an der Tagesordnung als
Ausnahme.....
Ich befinde mich momentan noch in Santiago. Ein wenig gestresst von
Reisevorbereitungen und der noch nicht komplettorganisiserten Abschiedsparty
heute Abend.
Naechsten Dienstag wird es dann endlich losgehen. Zwei Monate voellige
Freiheit. Reisen, trekking etc eine sicherlich immens kolossal monumental
phantasische Zeit liegt vor mir.(Ganz zu schweigen von der Zeit hinter mir)
Meine vorlaeufige Reiseroute fuehrt mich ersteinmal nach Concepcion und
Temucco zwei Staedte im Sueden Chiles. Freunde bzw. mittlerweile fast
Familie besuchen, die Berkhoffs aus Temucco waren schon vor zwei Jahren bei
meinen ersten Aufenthalt in Chile fuer fast zwei Monate meine Gastfamilie.
Danach verabschiede ich mich dann ersteinmal von der Zivilisation und wage
mich mit Simon, Mitexvoluntarier und guter Freund, in die einsamkeit der
Carretera Austral bis hin zu den Torres del paine. Von dort aus soll es
wieder Richung Sueden gehen bis nach Buenos Aires.
Dort werde ich mich mit Till, ebenfalls Exvoluntarier, und Simon in das
dortige Nachtleben sturzen. Vielleicht mir eine Partie der Boca Juniors zu
kommen lassen und das nue Jahr 2006 begruessen.
Weiter soll es dann ueber IGUAZU, den flaechenmaessig groessten
Wasserfaellen der Welt an der brasilianischen Grenze nach Bolvien gehen.
In Cochabamba habe ich Januar und Februar dieses Jahres verbracht und die
vielleicht bleibendsten Erfarhungen in Suedamerika gemacht. Die Arbeit in
den dortigen Waisenhauesern hat wohl jeden von uns nachhaltig wenn nicht
veraendert, doch mindestens zum denken angeregt.
Vor meinem Abschied ist deshalb ein Besuch an dieser Staette fast schon
Pflicht um sich die momentane Situation zu verwirklichen. Die Fort-und
Rueckschritte zu begutachten und der neuen Generation von Voluntariern die
sich im Januar dort befinden werden eine kleine Einfuehrung zu geben.
Von dort wuerde ich, wenn es mir mein Zeitplan erlaubt, noch einen Abstecher
in den Dschungel noerdlich von La Paz machen.... und dann sollten eigentlich
auch schon meine zwei Reisemonate umsein. Das bedeutet Rueckkehr nach
Santiago ueber den Norden Chiles, das Valle de Luna, die riesigen Geysire
von San Pedro de Atacama und die Reise durch Die Atacamawueste an sich.
Im meinem Suedamerika HQ angekommen werde ich dann noch nach Horcon an den
Strand fahren um dort von dem wahrscheinlich bedeutesten Ort fuer mich
Abschied zu nehmen.
Am 6 Februar 2006 werde ich dann nach mehr als 16 Monaten Fremde, die ich
so liebgewonnen habe, mich in den Flieger schwingen um nach Alemania
zurueckzukehren.
An alle die noch auf (persoenliche)Anwortmails warten
Asche ueber mein Haupt aber ich habe es einfach nicht mehr geschafft.
Abschied zu nehmen, besonders von seiner Freundin, laesst manchmal andere
Dinge zu kurz kommen. Ich kann aber versprechen, dass ihr eine besonders
ausfuerliche Schilderung meines Aufenthalts bekommt.
So liebe Freunde, Verwandte, Syphatisanten, Fans,conpadres, conmadres,
chanos, cumas, fleites, chorros und huevones
ich verabschiede mich ins ungewisse umarme jeden von euch mit klopfenden
Herzen und freue mich auf ein baldiges Wiedersehen in Good old Germany
BESOS EUER Julian
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