Chile

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Name: Julian

Seit Oktober 2004 lebe ich in Südamerika. Hauptsächlich in Santiago de Chile. Mein neues zu Hause für ein Jahr. Dort leiste ich meinen Zivildienst. In einem Kindergarten mitten in einem Armenviertel Santiagos. Seit Jahren interessiere ich mich für fremde Kulturen und seit meinem zwei monatigen Aufenthalt in Temuco (Chile) besonders für Lateinamerika.

Samstag, November 26, 2005

Abschiedstourne

Meine lieben Freunde

14 Monate des Dienstes an den Armen, mit den Armen in Santiago de Chile sind
beendet. Morgen ist mein vertraglich letzter Tag meines “Anderen Dienstes im
Ausland”. 14 Monate liegen hinter in denen mir die fantastische Moeglichkeit
gegeben wurde Deutschland und seiner "Leitkultur" zu entkommen und neben
einer enormen Sozialendiskrepanz auch andere "ways of life" kennenzulernen.
Ich werde jetzt gar nicht anfangen ueber meine Zeit eine kurze
Zusammenfassung zu schreiben, in diesem Punkt bitte ich euch auf meine noch
folgende Abschlussmail zu warten. Diese muss ich sowieso (mehr oder weniger)
freiwillig an meinen Traegerverein,Amtena, schicken.

Die letzte Zeit war nocheinmal besonders schwierig, herrausfordernd. Ich
wurde von einem Maedchen,Naycha, aus meinem "Sala" des Missbrauches und der
Belaestigung beschuldigt. Natuerlich hat sich all dies aufgeklaert, trotzdem
bleibt ein bitteres Gefuehl zurueck und ich muss aufpassen nicht dem
FALSCHEN Gedankengang zu verfallen: Ich arbeite hier 14 Monate mit den
Armen, gebe mein "gemuetliches Deutschland" auf und wie wird es mir
gedankt?!! Mit Haltlosen, verletzenden Anschuldigungen gegen meine Person.
Nein! Ich habe gelernt nicht zu verbittern und empfinde vielmehr groesstes
Mitgefuehl mit Naycha bei der scheinbar ein Missbrauch innnerhalb der
Familie stattfindet. Im Armenviertel leider mehr an der Tagesordnung als
Ausnahme.....

Ich befinde mich momentan noch in Santiago. Ein wenig gestresst von
Reisevorbereitungen und der noch nicht komplettorganisiserten Abschiedsparty
heute Abend.
Naechsten Dienstag wird es dann endlich losgehen. Zwei Monate voellige
Freiheit. Reisen, trekking etc eine sicherlich immens kolossal monumental
phantasische Zeit liegt vor mir.(Ganz zu schweigen von der Zeit hinter mir)
Meine vorlaeufige Reiseroute fuehrt mich ersteinmal nach Concepcion und
Temucco zwei Staedte im Sueden Chiles. Freunde bzw. mittlerweile fast
Familie besuchen, die Berkhoffs aus Temucco waren schon vor zwei Jahren bei
meinen ersten Aufenthalt in Chile fuer fast zwei Monate meine Gastfamilie.
Danach verabschiede ich mich dann ersteinmal von der Zivilisation und wage
mich mit Simon, Mitexvoluntarier und guter Freund, in die einsamkeit der
Carretera Austral bis hin zu den Torres del paine. Von dort aus soll es
wieder Richung Sueden gehen bis nach Buenos Aires.
Dort werde ich mich mit Till, ebenfalls Exvoluntarier, und Simon in das
dortige Nachtleben sturzen. Vielleicht mir eine Partie der Boca Juniors zu
kommen lassen und das nue Jahr 2006 begruessen.
Weiter soll es dann ueber IGUAZU, den flaechenmaessig groessten
Wasserfaellen der Welt an der brasilianischen Grenze nach Bolvien gehen.
In Cochabamba habe ich Januar und Februar dieses Jahres verbracht und die
vielleicht bleibendsten Erfarhungen in Suedamerika gemacht. Die Arbeit in
den dortigen Waisenhauesern hat wohl jeden von uns nachhaltig wenn nicht
veraendert, doch mindestens zum denken angeregt.
Vor meinem Abschied ist deshalb ein Besuch an dieser Staette fast schon
Pflicht um sich die momentane Situation zu verwirklichen. Die Fort-und
Rueckschritte zu begutachten und der neuen Generation von Voluntariern die
sich im Januar dort befinden werden eine kleine Einfuehrung zu geben.
Von dort wuerde ich, wenn es mir mein Zeitplan erlaubt, noch einen Abstecher
in den Dschungel noerdlich von La Paz machen.... und dann sollten eigentlich
auch schon meine zwei Reisemonate umsein. Das bedeutet Rueckkehr nach
Santiago ueber den Norden Chiles, das Valle de Luna, die riesigen Geysire
von San Pedro de Atacama und die Reise durch Die Atacamawueste an sich.
Im meinem Suedamerika HQ angekommen werde ich dann noch nach Horcon an den
Strand fahren um dort von dem wahrscheinlich bedeutesten Ort fuer mich
Abschied zu nehmen.
Am 6 Februar 2006 werde ich dann nach mehr als 16 Monaten Fremde, die ich
so liebgewonnen habe, mich in den Flieger schwingen um nach Alemania
zurueckzukehren.

An alle die noch auf (persoenliche)Anwortmails warten
Asche ueber mein Haupt aber ich habe es einfach nicht mehr geschafft.
Abschied zu nehmen, besonders von seiner Freundin, laesst manchmal andere
Dinge zu kurz kommen. Ich kann aber versprechen, dass ihr eine besonders
ausfuerliche Schilderung meines Aufenthalts bekommt.

So liebe Freunde, Verwandte, Syphatisanten, Fans,conpadres, conmadres,
chanos, cumas, fleites, chorros und huevones

ich verabschiede mich ins ungewisse umarme jeden von euch mit klopfenden
Herzen und freue mich auf ein baldiges Wiedersehen in Good old Germany

BESOS EUER Julian

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Sonntag, März 20, 2005

Cruz de Condor


Um acht Uhr nehmen wir den ersten Bus der uns zum „Cruz de Condor“ bringt und erleben wie sich mehrere Riesenkondore, mit einer Spannweite von bis zu drei Metern, getragen von Aufwinden über uns erheben. Ein tolles ‚Schauspiel’ welches ich als krönenden Abschluss einer tollen Tour empfinde. Der Weg zurück nach Arequipa, vorbei an Lama- und Alpakaherden vergeht wie im Flug und auch die weiße Stadt ist leider nur Station auf dem Weg zurück nach Santiago.

Dienstag, März 15, 2005

Der grosse Wasserfall bei Iraz


Das Dorf Iraz besteht aus vielleicht 15 Hütten. Schließlich finden wir jemanden der Spanisch versteht und auch sprechen kann. Reinaldo erzählt uns vom harten Leben im Dorf, seinen ständigen Wanderungen im Colcatal und dass selbst die Spanier es nie erobern konnten.
Er erzählt uns auch von einem großen Wasserfall, der zwei Stunden weiter oben in den Bergen gelegen ist und den wir auf keinen Fall verpassen dürfen.

Es ist ein faszinierendes Bild. Durch eine Felsspalte weit oben im Berg stürzen sich unendliche Wassermassen hinunter. Die Luft ist voller Gischt und Wassertröpfchen und je näher wir dem Wasserfall kommen desto unerträglicher wird das ohrenbetäubende Donnern der herabfallenden Wassermassen.

Samstag, März 12, 2005

Im Bergdorf „Iraz“


Unser Ziel heute ist das hoch oben in der Cordillera liegende Bergdorf „Iraz“.
Es geht vorbei an imposanten Wasserfällen und auf alten Indiopfaden. Erst am Ende des Tages begegnen wir wieder einem Menschen in dieser Gegend. Schnellen Schrittes kommt uns ein Indio mittleren Alters entgegen. Einen flüchtigen Gruß auf den Lippen zieht er auch schon wieder in einer beeindruckenden Geschwindigkeit vorbei. Besonders sein Schuhwerk hat unseren Respekt verdient. Wie er mit diesem Schuhwerk sich überhaupt in dieser Landschaft bewegen kann verblüfft uns. Seine Füße werden von aus Autoreifen geschnittenen Gummiriemen, ummantelt. Wow!
Als wir nach Iraz kommen, werden wir von einer Schar Kinder in Empfang genommen, die uns zeigen, wo wir unser Zelt aufschlagen können.
Alles wird von den zwei Indiomädchen und ihrem kleinen Bruder genau registriert. Ein Zelt haben sie in dieser abgelegenen Region wohl noch nie gesehen. Auch unser Kocher ist eine kleine Sensation und wird kritisch von allen Seiten gemustert bis sich eines der Kinder verbrennt und alle wieder einige Meter Sicherheitsabstand nehmen.

Donnerstag, März 10, 2005

Wandern im ,Canyon de Colca’


Nach einer längeren Bustour, die uns über die 4800m hohe Hochebene von Chivay führt, befinden wir uns am Rande eines Canyons. In der glühenden Mittagssonne wagen wir den Abstieg. Unten sehen wir den namensgebenden Fluss ,Colca’. Sein Nass wirkt wie eine persönliche Einladung.
Doch der Abstieg fällt schwerer als erwartet. Auf einer größeren Ebene schlagen wir unser Zelt für die Nacht auf. Am nächsten Morgen, nach einem relativ kurzen Abstieg hinab zum Colca erreichen wir eine kleine Insel mit dem bezeichnenden Namen Oase. Hier, unter Palmendächern liegend, entspannen wir unsere müden Körper in den Thermalquellen und ich lausche Simon wie er aus Ovith ‚Liebeskunst’ vorliest.
Viel hat sich wahrlich in den letzten 2000 Jahren in der Beziehung Mann-Frau nicht verändert. Man könnte vielleicht das Kapitel über das Verführen der Sklaven weglassen, aber sonst.....

Dienstag, März 01, 2005

El Alto in La Paz

Samstag, Februar 26, 2005

Endlich Urlaub

Heute Abend beginnt unser Urlaub. Ein Bus soll uns nach La Paz bringen von wo aus es eine direkte Verbindung nach Arequipa gibt.
Vor La Paz graut es uns jetzt schon ein wenig.
Mit Straßenblockaden von demonstrierenden Indios, hat die bolivianische Hauptstadt den Ruf einer ‚Touristenfalle’. Dazu die Nachricht vom Vortag: Eva, einer Mitvoluntarierin, wurde, als sie sich in la Paz einen Pullover überzog, ihr gesamtes Gepäck gestohlen!
Trotz aller Bedenken lassen wir uns jedoch nicht von unseren Plänen abbringen.
Am Busterminal warten schon Hunderte Reisende, weinende Kinder, diskutierende Indiofrauen mit all ihrem Hab und Gut, Käfige aus denen uns bemitleidenswerte Kreaturen ihre Hälse entgegenstrecken, Verkäufer die lauthals ihre Waren oder auch das beste Busticket, wohin auch immer, anpreisen.
Aber in sechs Monate Südamerika haben wir so etwas wie Routine für solche Situationen entwickelt. Zielstrebig steuern wir unseren Bus an, der sich in gutem Zustand befindet – ein Luxus. Es kann losgehen.