Ein Anruf versetzt uns in helle Aufregung
Der eintägige Aufenthalt, während wir auf unseren Anschlussbus nach Cochabamba warten, soll zur weiteren Planung unseres Projektes genutzt werden. Leider bemerken wir, dass sich wenig konkrete Ideen finden lassen, ohne eine genaue Vorstellung vom Ort unsere Arbeit zu haben. Genau hier war die Informationspolitik unserer Fundacion gelinde gesagt unzureichend. Außer einigen Horrorgeschichten über die Kinder und deren Situation in den Heimen ist uns leider wenig bekannt.
Trotz dieser Enttäuschung verbringen wir einen schönen Abend auf dem “Morro”, einem Hügel vor der Küste, der als Wahrzeichen des chilenischen Sieges über Peru und Bolivien gilt. Wegen der Bodenschätze, die es in der Region reichlich gibt, wurde von 1879 bis 1883 vier Jahre Krieg geführt. In diesem Krieg gewann Chile 350km Küste und schnitt damit Bolivien vom Meer ab. Die Narben dieses Krieges scheinen auch heute noch nicht verheilt. Immer wieder fordern bolivianische Politiker einen Zugang zum Meer für ihr Land. Ein tiefgehender Hass zwischen den beiden Völkern lässt sich nicht bestreiten. Vor allem bei den Älteren.
Ein Anruf versetzt uns in helle Aufregung.
Eine befreundete Tia ruft einen der Voluntarier besorgt an. Sie erzählt von Rücktrittsdrohungen des amtierenden bolivianischen Präsidenten, Unruhen, Straßenkämpfen und Straßenblockaden.
Unsicherheit macht sich breit.
Keiner weiß wie die Lage einzuschätzen ist?
Was tun?
Abwarten oder losfahren.


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