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Seit Oktober 2004 lebe ich in Südamerika. Hauptsächlich in Santiago de Chile. Mein neues zu Hause für ein Jahr. Dort leiste ich meinen Zivildienst. In einem Kindergarten mitten in einem Armenviertel Santiagos. Seit Jahren interessiere ich mich für fremde Kulturen und seit meinem zwei monatigen Aufenthalt in Temuco (Chile) besonders für Lateinamerika.

Donnerstag, Januar 13, 2005

Hoehenkrank - Von Null auf 4500

Wir ueberlassen die Entscheidung der Weiterfahrt dem Busunternehmen, da wir wissen, dass kein Bus von Chile aus nach Bolivien fahren wuerde, wenn Gefahr fuer den Bus besteht.

Als wir um 9:00 Uhr morgens am Internationalen Terminal von Cambocha stehen, fuehle ich mich unserem Ziel schon deutlich naeher. Neben uns warten Indiofrauen in ihren farbenfrohen traditionellen Trachten, ihren Kindern auf dem Ruecken und ihren Hueten, die mich an Melonen erinnern.

Langsam aber stetig bewegt sich unser diesmal wenig komfortabler Bus auf der schmalen Hangstrasse Richtung bolivianische Grenze. Die Strasse ist zum grossen Teil “sogar” geteert, trotzdem scheinen einige der Reisegenossen mit jedem gewonnen Hoehenmeter ein wenig ihrer Gesichtsfarbe zu verlieren. Die “Polyglobulia” auch gemeine Hoehenkrankheit fordert ihre Opfer. Unseren koerperlichen Tiefpunkt erreichen wir an der bolivianischen Grenze, obwohl sie nur 3800 Meter hoch liegt. Aussteigen, eisiger Wind, Temperaturen um 10 C und frostige Grenzbeamte die einigen Voluntarieren die Einreise verweigern, da sie Dokumente, die zuvor als unnoetig deklariert wurden, nicht dabei haben. Das einzige was nicht zu dieser Situation passt sind die Flamingos, die dumm dreist glotzend, in einem nahegelegenen See stehen und solche Situationen schon zu kennen scheinen.
Trotzdem schaffen wir es nach einiger Ueberredungskunst, weiteren Grenzkontrollen und diversen Bechern Mate de Coca Tee gegen die Hoehenkrankheit, bolivianischen Territorium zu erreichen. Obwohl es noch weiter nach oben geht, werden die Berge schnell merklich gruener und direkt hinter der Grenze begruesst uns eine Herde wilder Lamas.

Welch ein Einstand!

Nach sechs weiteren Stunden Fahrt, vorbei an Doerfchen, die scheinbar nur aus zerfallenden Lehmhuetten bestehen, erreichen wir ausgelaugt von der anstrengenden Fahrt nach insgesamt 15 Stunden, mitten in der Nacht Cochabamba.